Dieser Artikel widmet sich Franz von Moor aus Friedrich Schiller – Die Räuber. Im Folgenden Beitrag findest du eine beispielhafte Charakterisierung zu Franz von Moor.

Charakterisierung Franz von Moor

Franz von Moor ist ein junger, hässlicher, adliger Mann, dessen Alter zwischen 20 und 30 Jahren liegt. Er ist der zweitgeborene Sohn des Vaters Graf Maximilian von Moor, auch der alte Moor genannt.Auf dem Bild zu sehen ist Franz von Moor aus Friedrich Schiller- Die Räuber.

Sein älterer Bruder heißt Karl von Moor. Franz von Moor wurde in seiner Kindheit oft gegenüber seinem Bruder benachteiligt. Franz ist ledig und muss auch hinsichtlich Amalia, Karls geliebten, seinem Bruder den Vortritt überlassen. Da Franz der zweitgeborene Sohn ist, erbt er von seinem Vaters Vermögen nichts und wird zudem auch nicht dessen Nachfolger. Aus diesen Gründen leidet Franz scheinbar unter Minderwertigkeitskomplexen und nimmt dies u.a.  als Anlass seiner psychologischen Kriegsführung und Intrige gegenüber Karl. Das Schloss, deren Bedienstete, sowie das teure Studium Karls, lassen schlussfolgern, dass die Familie wohlhabend aufgestellt ist.

Franz ist rhetorisch und schauspielerisch sehr begabt, was sich gleich zu Beginn der ersten Szene zeigt, in der er den von ihm manipulierten Brief des Bruders Karl seinem Vater vorliest und diesen dazu bringt, seinen erstgeborenen Sohn zu verstoßen. Diese Heuchelei und der perfekt inszenierte Plan, den Bruder zu enterben, deutet auf einen hohen Intellekt und Verstand des zweitgeborenen. Er ist selbst nicht religiös, doch beherrscht bei seinen Überredungsversuchen perfekt die Regeln und Gesetze der Bibel.

Nach dem er es schaffte den Bruder zu enterben und den Tot seines Vaters vorzuspielen und schließlich an sein Ziel, des Vaters Thron, gelangte, stellte er sich als tyrannischer Herrscher dar, der nicht nach Vernunft, sondern nach seinen eigenen Bedürfnissen handelt:

Itzt bin ich Herr. […] Nun sollt ihr den nackten Franz sehen, und euch entsetzen! […] Meine Augbraunen sollen über euch herhangen wie Gewitterwolken, mein herrischer Name schweben wie ein drohender Komet über diesen Gebirgen, meine Stirne soll euer Wetterglas sein! […] Ich will euch die zackigte Sporen ins Fleisch hauen, und die scharfe Geißel versuchen. – In meinem Gebiet solls so weit kommen, daß Kartoffeln und Dünnbier ein Traktament für Festtage werden, und wehe dem, der mir mit vollen, feurigen Backen unter die Augen tritt! Blässe der Armut und sklavischen Furcht sind meine Leibfarbe: in diese Liverei will ich euch kleiden!“ (Akt II, Szene 2, Z. 6ff, S.50)

Diese Herrschaft des Schreckens zieht sich durch das Drama weiter, so beispielsweise wird der alte Diener Daniel mit dem Mord an Franz seinem Bruder beauftragt. Dies zeigt sein skrupelloses, egoistisches und gefühlsloses Vorgehen.

Schlussendlich begibt Franz aus Angst vor den Strafen seiner Sünden Selbstmord, was als feige zu bewerten ist.

Vergleicht man Franz mit Karl so ergeben sich auch gewisse Parallelen. Beide Söhne begründen Ihre Verbrechen aus Ungerechtigkeit, die Ihnen zugefügt wurden und Instrumentalisieren andere Menschen für Ihre Taten (Hermann, die Räuber). Des Weiteren opfern sich beide Brüder selbst, als sie keinen Ausweg mehr sahen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Protagonist des Dramas ein zwiespältiges Gesicht hat. Einerseits ist er das Opfer, da er in seiner Kindheit und auch darüber hinaus von seinem Vater benachteiligt wurde und immer als der hässlichere, schwächere galt, andererseits rechtfertigt, dass nicht seine Intrigen und dem skrupellosen, unmoralischem Verhalten gegenüber seiner Familie.